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Mein Freund der Kuckuck

Hallo liebe Menschen! Mittlerweile ist schon wieder Juli und das Schreiben dieses kleinen Absatzes hat sich doch irgendwie immer wieder verschoben...

Seit Anfang März bin ich nun hier am Auenhof mit am Start und lerne Stück für Stück was es heißt, richtig leckeres Gemüse anzubauen.

Als Gärtnerlehrling darf ich mir dabei natürlich einmal die volle Breitseite geben: März/April sind bei mir grade noch mit gefühlt nicht endenden Aussaaten verbunden. Erster Auftakt: 30*77 Zwiebeltöpfchen a 5 Samen – puh! Der Acker war noch überschaubar und so hatte ich die Zeit mich nach meinen Gewohnheiten in Jochens Bauwagen und die Gärtnerküche einzunisten. Mit genug Decken und dem kleinen Ofen war auch nach anfänglich kalten Nächten wieder meine Vorfreude auf das Bauwagenfeeling zurück.

Seitdem wurden graduell die Aussaaten weniger und die Zeit auf dem Acker stieg: Pflanzen, Hacken, Jäten standen und stehen auf der Tagesordnung. Gefühlt jede Kultur möchte ihre Portion Zuneigung abhaben. Aber nicht nur der Acker wurde voller, sondern auch die Tierwelt. Die ein oder andere Kröte begrüßte Tom oder mich energisch beim Rumjäten und stieß dabei auf geteilte Reaktionen ;P

Grillen, Raupen, Käfer und Co. machten mit der Zeit das Bodenleben umso interessanter, wobei auch in der Luft verschiedenste Melodien dazukamen. Und hier kommt die tragische Situation des Kuckucks ins Spiel: andere Vögel begleiteten uns musikalisch bei angenehmen Arbeiten wie dem Pflanzen von Mais, dem Jäten der Kräuter oder dem Hacken von Fenchel. Nur der Kuckuck mit seinem komplexen Ruf hat sich immer wieder beim Möhrenausdünnen, Zwiebelhacken und Kompostsieben gemeldet und dabei langsam aber sicher meine Missgunst auf sich gezogen. Wenn also ein Kuckuck dies lesen sollte: such dir bitte einen anderen Ort zum Eierschubsen..

Okay. Immerhin hat sich der tierische Kollege Montags zurückgehalten. Vielleicht habe ich ihn auch nur verdrängt - wer weiß. Auf jeden Fall hätte ich nie gedacht das jemals sagen zu können, aber: Montag ist mein neuer Lieblings-Arbeitstag. Nicht nur, dass wir in voller Zahl am Acker sind und gemeinsam die Anteile ernten. Nein, es tut auch so unglaublich gut die wortwörtlichen Früchte der Arbeit zu ernten und mitzubekommen das all diese Kisten voller Gemüse an euch herausgehen und in den buntesten Gerichten landen. Da macht es mir auch gleich doppelt Freude das Gemüse selber zu verkochen und neue Rezepte auszuprobieren. Die Resultate landen hier vielleicht irgendwann an einer anderen Stelle.

Auf jeden Fall werde ich es dabei textlich für Heute belassen, bin mal gespannt wo die Reise das Jahr über noch hingeht und was alles so passieren wird. Bis dahin heißt es erst einmal: nicht wegschmelzen ^^

Sonnige Grüße und bis balde mal

Oli